Tier- und Umwelt­schutz in der RegionVersorgungs­sicher­heit und Arten­schutz keine Gegen­sätze 

Die Unternehmensgruppe Mainzer Stadtwerke steht nicht nur für die Versorgung mit Strom, Gas, Trinkwasser, ÖPNV und einer funktionierenden Infrastruktur. Wir nehmen das Thema der Daseinsvorsorge sehr ernst und möchten auch den Tier und Umweltschutz in ausreichender Form mit unserer täglichen Arbeit und dem Kerngeschäft in Einklang bringen. 

So schaffen wir den in unserem Versorgungsgebiet dicht besiedelten Störchen Nistplätze an sicheren Plätzen und versuchen die Störche an gefährlichen Stellen am Nisten zu hindern mit dem Einbau von kleineren Windrädern auf den Masten. 

Neben den Störchen geben wir auch zwei Bienenvölkern einen geeigneten Lebensraum an unserem Standort Rheinallee. 

 

Störche in unserem Versorgungsgebiet

Die Tochtergesellschaften, Mainzer Netze GmbH und die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH, haben auf hessischer Seite beides im Blick: die Versorgungssicherheit und den Schutz der Störche. Es gibt auf den Freileitungsmasten rund um Mainz auch diese Jahr wieder zahlreiche Nestbau- und Brutaktivitäten von Weißstörchen. Vergangenes Jahr wurden 46 Nester in der Netzgruppe gezählt, diese reicht von Ingelheim bis Biebesheim, Schwerpunkt Laubenheim, Bodenheimer Ried, Hessisches Ried. Allein im nördlichen Ried, der Mainspitze und rund um Mainz und Wiesbaden brüten dieses Jahr gut 500 Weißstorchpaare. Es ist eine der am dichtesten besiedelten Storchenregionen in Europa.
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  •  „In der Tat ist das im wahrsten Sinne des Wortes ein gewisses Spannungsfeld", erläutert Ioannis Kombouris,  Fachbereichsleiter Instandhaltung Stromanlagen bei den Mainzer Netzen. „Wir versuchen in diesem Spannungsfeld aber durch kreative Ideen und in guter Zusammenarbeit mit dem NABU, Weißstorchexperten und Behörden sowohl dem Thema Versorgungssicherheit wie auch dem Storchenschutz gerecht zu werden."  2018 initiierten  die Mainzer Netze und die ÜWG aufgrund der zunehmenden Brutaktivitäten und den daraus resultierenden Störungen im Stromnetz einen runden Tisch mit den Naturschutzverbänden, dem Landesvogelwart Rheinland-Pfalz/Hessen und den Naturschutzbehörden.

  • Durch herabhängende Zweige des Nestes kann es zu einem Überschlag zwischen den spannungsführenden Leiterseilen und der geerdeten Mast-Traverse kommen, auf der sich das Nest befindet. Die mögliche Folge sind Spannungseinbrüche im Netz und Produktionsstörungen in Kundenanlagen. Auch den Ausfall von Leitungen und von ganzen Umspannwerken mussten die Mainzer Netze GmbH und die ÜWG schon erleben. Um solche Zwischenfälle zu vermeiden, gibt es eigentlich nur eine Lösung: So lange noch keine Eier gelegt sind, müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Masten steigen und die herabhängenden Zweige abschneiden. Ein weiteres Problem: Durch den Nestbau können die Betriebsmittel beschädigt werden, sprich die Isolatoren und die Stahlkonstruktion der Masten. Ein Nest kann im Laufe der Zeit mehrere hundert Kilo schwer werden.    

  • Erwachsene Störche können sich in der Regel rechtzeitig vor Überschlägen in Sicherheit bringen, aber natürlich besteht auch für sie eine gewisse Gefahr. Und das Nest kann in Brand geraten und somit sind dann die Eier oder die Jungstörche stark gefährdet. Kombouris: „In Abstimmung mit dem NABU und den zuständigen Behörden versuchen wir seit etwa zwei Jahren durch den Einbau von Kleinwindrädern an besonders kritischen Stellen im Mast den Nestbau an diesen Stellen zu verhindern.“ 

     

    Eine weitere Möglichkeit: Die Netzbetreiber stellen den Vögeln an den weniger kritischen Stellen auf den Strommasten alternative Nistmöglichkeiten zur Verfügung. Mitunter werden in Abstimmung mit den zuständigen Behörden auch in der Nachbarschaft alternative gefahrlose Nistmöglichkeiten errichtet. Etwa am Umspannwerk im hessischen Berkach - dort wurde ein Holzmast errichtet und von den Störchen auch angenommen. Im Übrigen unterstützen beiden Tochterunternehmen der Mainzer Stadtwerke seit Jahren in der wärmeren Jahreszeit die Beringung der Jungstörche in Zusammenarbeit mit dem NABU.

     

    Michael Worch, Geschäftsführer der Mainzer Netze GmbH: „Wir freuen uns, dass sich der Storchenbestand in unserer Region so gut erholt hat. Dabei muss es uns gelingen, die Interessen unserer Kunden hinsichtlich einer sicheren Stromversorgung zu wahren. Das ist unser ambitioniertes  Ziel für die nächsten Jahre."

     

    Bernd Petri, Ornithologe und Weißstorchexperte des NABU Hessen freut sich über die guten Entwicklungen und die Zusammenarbeit: „Dass heute wieder so viele Störche bei uns klappern und am Himmel kreisen, ist auch dem jahrzehntelangen Einsatz der Netzbetreiber zu verdanken. Den Mainzer Störchen jetzt bei der Aufzucht der Jungen zuschauen zu können, ist wunderbar.“

Windräder an Hochspannungsmasten

Für Kollegen der Mainzer Netze ging´s hoch hinausZusätzliche Klein-Windräder auf Hochspannungsmasten

Die Windräder sollen verhindern, dass die Störche vor Ort an gefährlichen Stellen am Strommast nisten. Zusätzlich wurden neue Nistplätze geschaffen, damit sie von der Spannung fern sind. Ob die Idee, die mit dem NABU entwickelt wurde, funktioniert, wird durch am Mast montierte Kameras überwacht.

Zwei Bienenvölker bei den Stadtwerken50.000 Bienen am Standort Rheinallee

Die Unternehmensgruppe Mainzer Stadtwerke hat im April 2022 in Zusammenarbeit mit der Stadtimkerei Mainz eine Bienenpatenschaft von zwei Bienenvölker übernommen. Die Soziale Stadtimkerei ist ein Projekt der gpe Mainz. Die gpe ist ein sozialer Dienstleister in Mainz für Menschen mit vorwiegend psychischen Erkrankungen und Behinderungen. Seit 2017 widmen sich Mitarbeitende mit Leidenschaft und Engagement den Themen Naturschutz und Imkerei sowie dem sozialen Miteinander.

 

Am Standort Rheinallee werden auf einem Dach ca. 50.000 Bienen beheimatet, die sich in den darauffolgenden Monaten vermehren. Wenn die Witterung mitspielt kann ein Bienenvolk rund 20 Kilo Honig hervorbringen. Anfang Juni 2022 könnte es den ersten Stadtwerke-Honig geben.

 

Machen Bienen in der Mainzer Innenstadt Sinn? Ja, denn Bienen fühlen sich in Städten besonders wohl, weil sie hier beste Lebensbedingungen finden. Die Gründe dafür sind vielfältig: In der Stadt gibt es keine Monokulturen und weniger hohe Pestizidbelastungen als in ländlichen Kulturlandschaften. Zudem blüht es in der Stadt das ganze Jahr über, etwa in Parkanlagen, auf Balkonen und auf Friedhöfen. Auch der Honigertrag fällt in Städten oft deutlich höher aus als auf dem Land.

Mainzer Stadtwerke Bienen