Forschungsprojekt „H2-Industrie"Wasserstoff-Technologie für eine klimafreundliche Produktion 

Um die Klimaziele in Mainz, Deutschland und der Welt zu erreichen, muss der Ausstoß klimarelevanter Treibhausgase schnellstmöglich und nachhaltig reduziert werden. Ein Weg zum Ziel: Dominante CO2-Emissionen aus Verbrennungsprozessen sollen durch die alternative Energiequelle Wasserstoff reduziert werden. 

 

Die Mainzer Stadtwerke AG, die seit 2015 „grünen“ Wasserstoff im Energiepark Mainz produziert, ist Partner des Industrieunternehmens SCHOTT in Mainz im Forschungsprojekt „H2-Industrie“. Ziel des Forschungsprojektes „H2-Industrie“ ist die temporäre Einspeisung von Wasserstoff in die bestehende Erdgasinfrastruktur des Industrieunternehmens mittels einer mobilen Wasserstoff-Mischanlage. Beim Spezialglas-Hersteller SCHOTT sollen durch Beimischung von Wasserstoff emissionsarme Glasschmelzprozesse ermöglicht werden. 

 

Die Kosten des Forschungsprojekts belaufen sich insgesamt auf mehr als 714.000 Euro. Das rheinland-pfälzische Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität fördert das Projekt mit rund 338.00 Euro aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). 

Auswirkungen erforschen und Erfahrungen sammeln

Die Mainzer Netze GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Mainzer Stadtwerke AG, stellt dem Industrieunternehmen eine mobile Beimischstation zur Verfügung, in der ein Erdgas-Wasserstoff-Gemisch für die Produktionsprozesse erzeugt wird. Über einen Monat hinweg wird in drei etwa 10-tägigen Versuchsphasen der Wasserstoffanteil im Erdgas-Wasserstoff-Gemisch schrittweise hochgefahren auf bis zu 35 Volumenprozent.

 

Die industrielle Forschung auf dem Gebiet der H2-Beimischung ermöglicht - unter Berücksichtigung der gesammelten technischen und ökonomischen Erfahrungen - Voraussetzungen zu schaffen, um für entsprechende Entwicklungen gerüstet zu sein. Durch die Testeinspeisung gewonnene Ergebnisse sollen die Auswirkungen auf die Qualität der Produkte sowie den Einfluss auf die Produktionsprozesse aufzeigen. 

 

Das Wasserstoffvorhaben zwischen der Mainzer Stadtwerke AG und SCHOTT stellt bereits das zweite große industrielle Pilotprojekt in der Rhein-Main Region dar. Die Mainzer Stadtwerke AG haben mit dem Hygiene- und Gesundheitsunternehmen Essity ein Pilotprojekt in Mainz-Kostheim parallel auf den Weg gebracht, um eine Papiermaschine mit grünem Wasserstoff CO2-frei zu betreiben. 

Netze-Mitarbeiter in Warnweste

Die Projektleiter Christoph Neeb, Mainzer Netze GmbH und Matthias Kaffenberger, SCHOTT, berichten über das Projekt. Zusammen mit SCHOTT testen wir erstmalig die Beimischung von Wasserstoff in großtechnischen Schmelzversuchen an einer Wanne am Standort Mainz. Ziel ist es, mehr über die Auswirkungen des Einsatzes von Wasserstoff auf Glasschmelzprozesse zu lernen, um längerfristig CO2-Emissionen zu verringern.