Kategorien: Stadtwerke AG
21.10.2010

Energiewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Der Einstieg in die Energiewende für Mainz ist gelungen, der Weg ist aber noch weit und erfordert gemeinsame Anstrengungen. Dieses Fazit ziehen die Stadtwerke-Vorstände Dr. Werner Sticksel und Detlev Höhne anlässlich der Präsentation des Energieberichts 2010 der Stadtwerke Mainz AG. Auf 20 Seiten enthält der Bericht Beispiele, Datenmaterial, Leistungskennzahlen und Stromerträge beispielsweise der Photovoltaik-, Windkraft- oder Wasserkraftanlagen der gesamten Unternehmensgruppe. Der Energiebericht gibt darüber hinaus einen überblick über den gesamten Anlagenstand im Bereich der Erneuerbaren Energien im Großraum Mainz. Dabei zeigt sich: Das 2009 von der Stadtwerke Mainz AG gestartete Projekt ?Energiewende für Mainz? zeigt erste Erfolge. ?Viele fordern die Energiewende ? wir setzen sie um?, machen Sticksel und Höhne deutlich, dass es sich nicht um Lippenbekenntnisse handelt.

So belief sich 2009 die von SWM eingespeiste Strommenge aus Erneuerbaren Energiequellen im Kerngebiet der Stadtwerke Mainz AG (Mainz, AKK, Kreis Groß-Gerau) auf zusammen mehr als 10 Millionen Kilowattstunden. Dies entspricht einer Strommenge, die 10 Millionen Waschmaschinen Wäsche waschen ermöglichen würde. Zählt man die EE-Anlagen außerhalb unserer Region hinzu, die der Stadtwerke Mainz AG oder eines ihrer Tochter- oder Beteiligungsunternehmen gehören, dann betrug 2009 die von der SWM-Gruppe erzeugte Strommenge aus Erneuerbaren Energien insgesamt rund 17 Millionen Kilowattstunden. Diese Strommenge wurde unter anderem durch neun Windräder, mehr als 100 Photovoltaikanlagen und eine Wasserkraftanlage erzeugt.

2010 kamen und kommen viele weitere Anlagen hinzu. Herausragend dabei ist der Solarpark Tutow II in Mecklenburg-Vorpommern, der von der Stadtwerke Mainz AG zum größten Teil übernommen wurde. Zusammen mit dem benachbarten ?Schwester?-Solarpark Tutow I entsteht derzeit im Nordosten Deutschlands der sechsgrößte Solarpark der Bundesrepublik. Die dort produzierte Strommenge wird sich nach Fertigstellung auf mehr als 31 Millionen Kilowattstunden im Jahr belaufen. Höhne: ?Bis Ende 2010 wird die SWM-Gruppe insgesamt rund 140 Millionen Euro in die umweltfreundliche Stromerzeugung investiert haben ? für ein mittelständisches Unternehmen ein stolzer Betrag.? Doch nicht nur außerhalb der Stadtgrenzen investieren die Stadtwerke Mainz kräftig. Auch in Mainz tut sich einiges: So entsteht in den nächsten Monaten beispielsweise auf dem Dach der neuen Coface-Arena eine der größten Photovoltaikanlagen auf einem Bundesligastadion. Und die Bürgersolaranlage im früheren Zementwerk in Weisenau ist ein weiterer Baustein auf dem Weg zur umweltfreundlichen Energieerzeugung vor Ort.
?Doch weitere Projekte müssen folgen ? auch in Mainz?, ruft der Stadtwerke-Vorstand vor dem Hintergrund der Klimaschutzvereinbarung mit der Stadt aus dem Jahr 2007 Politik und Bürger zum Mitmachen auf. ?Bei allem Einsatz ist uns klar: Alleine werden wir die Energiewende in unserer Region nicht schaffen. Dies ist vielmehr eine Gemeinschaftsaufgabe.? 2007 haben sich die Stadtwerke verpflichtet, bis zum Jahr 2020 mindestens 20 Prozent des Strombedarfs von Mainz aus erneuerbaren Energien zu decken. Dies entspricht ungefähr der Stromproduktion von rund 300 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg: Betrug die in der SWM-Gruppe produzierte EE-Strommenge im Zeitraum 2009/2010 etwa 17 Millionen Kilowattstunden, so werden es 2010/2011 rund 53 Millionen Kilowattstunden jährlich sein.

Die Stadtwerke Mainz AG baut ihr Engagement in diesem Bereich auch in den nächsten Jahren konsequent aus. So wird die Rio Energie ? eine Tochter der SMW und Juwi ? bis 2012 Solarmodule mit einer Gesamtleistung von rund 50 MW installieren ? ein Teil dieser Module ist bereits am Netz. Die überlandwerk Groß-Gerau GmbH (üWG) als 100-prozentige SWM-Tochter sucht derzeit zwischen Darmstadt und der Mainlinie nach geeigneten Standorten für ein Geothermiekraftwerk. Die Stadtwerke Mainz AG will zudem ihr Engagement im Bereich Wärmeerzeugung ausweiten und hat gemeinsam mit der juwi Bio GmbH die Gründung einer Pellett Holding Gesellschaft auf den Weg gebracht um deutschlandweit mehrere Holzpelletieranlagen zu bauen und zu betreiben.

Auch beim Thema Windkraft möchte die Stadtwerke Mainz AG kräftig zulegen. ?Dem Ausbau der Windkraft kommt durch die relativ hohen Stromerträge dieser Anlagen eine entscheidende Bedeutung zu, wenn das 20-Prozent-Ziel aus der Klimaschutzvereinbarung bis 2020 erreicht werden soll?, so Sticksel und Höhne. In Ebersheim und Klein-Winternheim stehen vier Windräder der SWM-Gruppe. Auf der Laubenheimer Höhe, in Richtung Ebersheim, in Rheinhessen oder im Netzgebiet der üWG gibt es weitere interessante Standorte.

Der Energiebericht 2010 kann im Internet unter www.stadtwerke-mainz.de abgerufen oder im Foyer der Stadtwerke Mainz AG, Rheinallee 41, Mainz, abgeholt werden.